Jazz ist anders

20. Dezember 2007

Ich weiß, in endlosen Musikdiskussionen habe ich meine Abneigung gegen die Ärzte kundgetan. Dieser Blödelpop, der dermaßen systemkonform verdummend und entpolitisierender als die Bildzeitung ist, hat mich immer wieder enorm geärgert.
Wizo zum Beispiel ließ ich als Alternative immer gern gelten:



Hier konnte ich viel mehr mit anfangen – und teilweise gar Humor oder auch etwas erkennen, das einer Kritik überhaupt würdig war, was bei Erzeugnissen der Ärzte eher selten der Fall war:


Nun habe ich aber im Radio schon den 2. Song von der neuen Platte “Jazz ist anders” gehört, der mir sehr gut gefiel. Spontan entschloss ich mich, im nächstbesten CD-Laden den großen Schritt zu tun, mit meinen Schwüren, Verwünschungen und auch einem Teil meiner Ideale zu brechen, und mir das Ding einfach mal zu gönnen.
Doch nicht nur bei der Cd-Hülle hatte die “beste Band der Welt” enorme Kreativität bewiesen: Auch die Preisgestaltung schien Ergebnis des Phantasiezuwachses infolge der vierjährigen Schaffenspause zu sein. So entschloss ich mich, mein Plattenregal nun doch nicht mit Popmusik, und sei es auch ein besonders schönes und lobenswertes Exemplar dieser, zu verunreinigen.
Warum ich das überhaupt hier schreibe? Damit ich beim nächsten Mal, wenn das Thema auf die Ärzte kommt, nicht leugnen kann, dass die tatsächlich etwas gemacht haben, das mir gefällt.
Obwohl es Popmusik ist.

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