Archive for Januar, 2008

Was man verpasst,…

31. Januar 2008 - Veröffentlicht in Allgemeines | Keine Kommentare »

…wenn man nicht die deutsche Vanity Fair liest.

Zum Beispiel ein Gespräch zwischen Horst Mahler, immer wieder zitierter lebender Beweis für alle, die ernsthafte Zweifel am Geisteszustand früherer RAF-Mitglieder hegen, und Michel Friedman aka Paolo Pinkel (ihr wisst schon… Koks, Nutten und Zentralrat der Juden in Deutschland).

HORST MAHLER

Heil Hitler, Herr Friedman.

MICHEL FRIEDMAN

Wie geht es Ihnen?

H.M

Mir geht es gut. Das sehen Sie vielleicht.

M.F.

Wann müssen Sie wieder in den Knast?

(…)

H.M.

Wissen Sie, die Frage ist, was man unter Leben versteht. Ich verstehe Freiheit als Leben, und dazu gehört eben die Handlungsfähigkeit des Deutschen Reiches. Erst dann sind wir wieder frei. Und das ist eine Sehnsucht.

(…)

Zum Beispiel, wenn ich jetzt sage: “Heil Hitler, Herr Friedman”, bringt mir das sicherlich wieder eine Anzeige ein.

M.F.

Sie können sicher sein, dass Ihnen das eine Anzeige bringt.

H.M.

So frei ist man in diesem Lande.

Den kompletten Text – mit einem wie so oft großartigen Michel Friedmann und einem extrem amüsanten Horst Mahler – gibt es hier. Und den Rest hier.

Und ich Idiot finde ihn erst 3 Monate später.

Nur weil ich mich nicht für Leitkultur interessiere.

Wer löscht die Bush-Feuer?

29. Januar 2008 - Veröffentlicht in Written | Keine Kommentare »

Bush hält zum letzten Mal die januärliche Rede zur Lage der Nation. Dass diese opportunistisch und euphemistisch ist, darin unterscheidet er sich wohl kaum von Vorgängern, Nachfolgern und Kollegen in aller Welt, deswegen interessieren die Inhalte wohl wenig. Auch ein satirisches Ausbreiten der Konfrontation mit der Realität und den Inhalten vorangegangener Reden will ich mir ersparen.

Viel mehr möchte ich meine verspätete Freude darüber ausdrücken, dass es nun wirklich das letzte Mal ist, und ein Scheiden des Mannes in greifbare Nähe rückt.

Allerdings muss ich mich auch wundern: Schon lang bevor er 2000 nicht gewählt und 2001 inthronisiert wurde, bedurfte es keiner besonderen Fähigkeiten oder Kenntnisse, vorherzusagen, dass am Ende eine solche Situation und eine solche Rede stehen würden, war doch seine offenkundige Verdorben- und Dummheit selbst für Amerikaner erkenntlich.
Dies gibt ausreichenden Grund zu der Annahme, dass genau dies herbeigeführt werden sollte:

Alki wählen,
4 Jahre Dada-Politik,
4 Jahre Schenkelklopfen
…und so der Allmacht und Arroganz der Herrschenden einen Dämpfer verpassen.
So weit, so gut.

Was aber wirklich keine Sau ahnen konnte, ist dass dieses Ende tatsächlich erst 2009 nicht erreicht werden würde, und man sich 2004 eben nicht in Anbetracht des durch den kleinen Scherz angerichteten Schaden der Bedeutung des “mächtigsten Mannes der Welt” besinnen würde:
Die Besetzer des amerikanischen Landes ließen wie üblich internationale Umsicht vermissen und lachten freimütig über die Dada-isierung des kompletten politischen Apparates, für die ein paar Kriege als Gewürz willkommen waren.

Und auch in Zukunft scheinen die Amerikaner mit der Demontage der Macht durch gezielte, absichtliche und plumpe Installation einer Verarsche zur Belustigung des Volkes fortfahren zu wollen: Jetzt lassen die offenen Rassisten und Sexisten zu ihrer Belustigung an der Verunglimpfung der Obrigkeit sogar Frauen und Schwarze ernsthaft am Wahlkampf teilnehmen.
Ein unzurechnungsfähiger Alkoholiker mit Cowboyhut firmierte zwar gut als Persiflage ihrer selbst, bot aber wohl noch zu viele Identifikationsmöglichkeiten, um vollends darüber lachen zu können.



(ohne freundliche Genehmigung von spiegel.de)

Stilecht pokern.

18. Januar 2008 - Veröffentlicht in Allgemeines | Keine Kommentare »

4 Männer.
Ein Kartenspiel.
Whiskey.
Zigarren.
Ein feststehendes, scharfes Messer zur direkten Klärung eventueller Streitereien.
Sonnenbrillenpflicht.





…und wieder einmal kennt jemand die "Wahrheit"

4. Januar 2008 - Veröffentlicht in Allgemeines | Keine Kommentare »

Was beleidigt da meine Augen, meinen Anstand und meine Gefühle beim heutigen Kiez-Kontrollgang?

Der Späti um die Ecke verschandelt das geliebte Stadtbild nicht nur wie gewohnt mit der Bildzeitung, sondern zusätzlich, quasi in Tateinheit, auch mit Naziparolen:

Deutschlands mutigster Oberstaatsanwalt:
Die Wahrheit über kriminelle Ausländer
- sie werden in Ihren Familien schon zu Kriminellen erzogen
- leichte Strafen schrecken sie nicht ab
- Sie beeindruckt nur eines: die Haft!
Ich begab mich flugs nach Hause, um im Internet “die Wahrheit” zu erfahren.
Wenn auch noch so historische, wahnwitzige Schlagzeilen die Bild zieren, niemals – hörst du, NIEmals! – darf man sie kaufen, denn mit dem Geld drucken die dann neue!
Und was dieser Mann

dann dort behauptete, das werde ich hier nicht wiedergeben. 
Man liest es am besten hier.
Es bleibt nur eine Frage offen: Was ist daran mutig, das zu sagen, was alle hören wollen?