Wer löscht die Bush-Feuer?

29. Januar 2008

Bush hält zum letzten Mal die januärliche Rede zur Lage der Nation. Dass diese opportunistisch und euphemistisch ist, darin unterscheidet er sich wohl kaum von Vorgängern, Nachfolgern und Kollegen in aller Welt, deswegen interessieren die Inhalte wohl wenig. Auch ein satirisches Ausbreiten der Konfrontation mit der Realität und den Inhalten vorangegangener Reden will ich mir ersparen.

Viel mehr möchte ich meine verspätete Freude darüber ausdrücken, dass es nun wirklich das letzte Mal ist, und ein Scheiden des Mannes in greifbare Nähe rückt.

Allerdings muss ich mich auch wundern: Schon lang bevor er 2000 nicht gewählt und 2001 inthronisiert wurde, bedurfte es keiner besonderen Fähigkeiten oder Kenntnisse, vorherzusagen, dass am Ende eine solche Situation und eine solche Rede stehen würden, war doch seine offenkundige Verdorben- und Dummheit selbst für Amerikaner erkenntlich.
Dies gibt ausreichenden Grund zu der Annahme, dass genau dies herbeigeführt werden sollte:

Alki wählen,
4 Jahre Dada-Politik,
4 Jahre Schenkelklopfen
…und so der Allmacht und Arroganz der Herrschenden einen Dämpfer verpassen.
So weit, so gut.

Was aber wirklich keine Sau ahnen konnte, ist dass dieses Ende tatsächlich erst 2009 nicht erreicht werden würde, und man sich 2004 eben nicht in Anbetracht des durch den kleinen Scherz angerichteten Schaden der Bedeutung des “mächtigsten Mannes der Welt” besinnen würde:
Die Besetzer des amerikanischen Landes ließen wie üblich internationale Umsicht vermissen und lachten freimütig über die Dada-isierung des kompletten politischen Apparates, für die ein paar Kriege als Gewürz willkommen waren.

Und auch in Zukunft scheinen die Amerikaner mit der Demontage der Macht durch gezielte, absichtliche und plumpe Installation einer Verarsche zur Belustigung des Volkes fortfahren zu wollen: Jetzt lassen die offenen Rassisten und Sexisten zu ihrer Belustigung an der Verunglimpfung der Obrigkeit sogar Frauen und Schwarze ernsthaft am Wahlkampf teilnehmen.
Ein unzurechnungsfähiger Alkoholiker mit Cowboyhut firmierte zwar gut als Persiflage ihrer selbst, bot aber wohl noch zu viele Identifikationsmöglichkeiten, um vollends darüber lachen zu können.



(ohne freundliche Genehmigung von spiegel.de)

Kommentieren