PoPo-Prüfstand #1heute: Antideutsch

19. März 2008

Politische Positionen sind en vogue – definitiv ein Must-Have-Fashion-Klassiker. Doch auch hier steckt der Teufel im Detail: Es reicht nicht aus, einfach eine zu haben. Exklusiv und alternativ sollte sie sein. Und zum restlichen Outfit passen, ohne dass dieses sie direkt verrät.  Eine falsche Position im falschen Kreise geht echt noch weniger, als der Style vom letzten Jahr – und kann eine Menge Street-credibility und props kosten. Als Style-Berater will ich euch in dieser Rubrik einige Positionen vorstellen, damit ihr im Battle nicht den Kürzeren zieht.

Sound: ★★★★★
Alltagstauglichkeit: ★★☆☆☆
Diskussionsfaktor: ★★★★★

Wer ist dein Feind? Der deutsche Nationalismus. Und der Antisemitismus. Und somit: Jeder Feind und Kritiker Israels. Insbesondere im Moment, aber nicht ausschließlich: Islamismus. Intifada zum Beispiel geht gaaar nicht, Alter. Golfkriege schon.

Wer ist dein Freund? Israel, und zwar mein bester. Und auch seine Freunde. Also auch (Vorsicht, Diss-Gefahr!) die USA.

Krieg oder Frieden? Krieg für den Frieden. Anders kann sich die Aufklärung nicht durchsetzen gegenüber so rückständigen Regimen, wie es insbesondere die islamistischen sind. Die USA machen das schon. Kein Frieden ist möglich, solange es Antisemitismus gibt.

Kapitalismus? Lieber Kommunismus. aber den Antisemitismus in der Kapitalismuskritik kritisieren (siehe Marx). Und Personifizierungen in der Kapitalismuskritik ablehnen, das System als System kritisieren. Pragmatisch sein, evtl. sogar Neoliberalismus dem rheinischen Kapitalismus vorziehen.

Multikulti? Vooorsicht! Gefährdet die Vollendung der Aufklärung durch Toleranz mit dem nicht zu tolerierenden.

Dein Button? Flagge Israels. Bei Präsentationsversammlungen (sog. Demonstrationen) gerne auch als tatsächliche Fahne zum Winken.

Was liest du? Bahamas, Phase 2, mit kritischem Blick konkret

Achtung: Weder die vorgestellte politische Position, noch jedwede, auch pointierte Kritik daran, sind Position des Autors! Dies soll ein einführender Beitrag zur politischen Bildung, ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder die Nichtverletzung von Eitelkeiten sein.
Der geneigte Leser mag sein Wissen vertiefen:

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