Kontrollkanäle
28. November 2008 - Veröffentlicht in Allgemeines | Keine Kommentare »Ob Deutschland auch vorhat, 8 Jahre lang über einen gefährlichen Irren zu lachen?
Ob Deutschland auch vorhat, 8 Jahre lang über einen gefährlichen Irren zu lachen?
25 Jahre bin ich alt.
Ein Vierteljahrhundert.
Von mir aus vergeht die Zeit wie im Flug -
aber auch wenn mein Leben nicht besonders belastend war
kommt es mir bisher schon ziemlich lang vor.
und Kinder! Man lernt nicht aus:
Zuerst Laufen und Sprechen,
dann Hinsetzen und ruhig sein.
Zur Schule bin ich gegangen,
und nach 13 Jahren war auch diese Ewigkeit vorbei.
Ich habe viel im Umgang mit Menschen gelernt
und ein kleines bisschen auch im Umgang mit Frauen.
Am wenigsten vielleicht noch im Umgang mit mir selbst.
Vom kleinen blonden Linus
über den dicken schmierigen Linus
mal mit langen, mal mit kurzen Haaren,
dann auch mal mit schwarzen.
Mal in Dinslaken, mal in Oberhausen, mal in Duisburg.
Mal im Urlaub.
Jetzt in Berlin.
Eine ganze Menge kleiner Leben, Lebensabschnitte und Erfahrungen.
Ein Jahr, bevor ich überhaupt geboren wurde, kam Christian Klar in den Knast.
Er hat mehr als die Gesamtzeit meines Lebens, von meiner Geburt, bis zum heutigen Tage, dort verbracht.
Momentan ist das für ihn ungefähr die Hälfte seines Lebens, so genau wird man da gar nicht mehr rechnen.
Und Heribert Prantl (SZ) darf ich heute zitieren mit
Es gibt gute Gründe, auf diesen Staat stolz zu sein. Die Geschichte der kleinen und der großen Gnade für die langjährig inhaftierten Mitglieder der RAF gehört dazu.
dass er sich damit selbst widerspricht, weil er vorher feststellt
Er wird freigelassen nicht aus Gnade vom Bundespräsidenten, sondern aus Rechtsgründen vom Gericht (…)
lässt mich aufatmen, denn immerhin
musste ich mir heute doch nicht von
einem wie Prantl
den Nationalstolz beibringen lassen.
Das Leben geht weiter.
Lieber Herr Prantl,
Beinahe hätte ich vergessen, den heutigen Tag der Toilette zu zelebrieren.
Jemandem, dessen Lebenswerk das Photografieren von Toiletten ist, darf so etwas nicht passieren. Hier also zur Feier des Tages einer meiner Lieblinge:

Während uns Christian Wulff gewissenhaft vor Manager-Pogromen warnt (ausgerechnet bei Michel Friedman!) kritisiert der Soziologe Michael Bodemann in der taz das historische Zusammenfallen der Reichspogromnacht und des Mauerfalls auf den 9. November, wenngleich mit 51 Jahren Abstand. Er lässt jedoch offen, ob die Nazis die Pogrome oder das ZK den Mauerfall hätten hinauszögern sollen.
…Grund für eine Anzeige! Machen wir uns also auf eine ganz andere neue Abmahnwelle gefasst!
Am Samstag war ich auf dem Mittag, einem berüchtigten 1400er in Sonthofen. Als alter Städter rüstete ich für den Aufstieg unter anderem mit meinem Rasierer, von dem ich auf dem Gipfel in Anbetracht eines atemberaubenden Panoramas in Ruhe Gebrauch machen wollte. Eine gelungene Abwechslung vom spröden, langweiligen Kratzen in meinem 4qm Altbau-Bad: Die Rasur im Spiegel einer Glasscherbe, Sicht über tausende Meter der Alpen. Frische Luft.
Über Funk kündige ich dem Expeditionsleiter im Basislager an, daß ich mit dem Aufstieg zum Gipfel beginnen werde, bevor das Wetter schlecht wird. Einverständnis. Herrligkoffer verspricht, am Abend mittels Rakete – rot bedeutet schlechtes, blau gutes Wetter – das Ergebnis des Wetterberichtes zu signalisieren, der im Basislager über Radio täglich zu empfangen ist. Bei gutem Wetter würde der Gipfel nach mehrtägiger Vorarbeit zu zweit oder zu dritt bestiegen werden. Lager V soll ausgebaut, ein Fixseil in der Merkl-Rinne verankert werden. Andere Seilschaften könnten folgen.
Der Aufstieg gestaltete sich nicht so kompliziert, wie ich erwartet hatte. Dank der Mittagsbahn (offensichtlich wurde der Berg schon vorher bezwungen) mussten wir auch niemanden zurücklassen.
Die letzten Meter musste ich aber wirklich kraxeln und mit letzter Kraft zog ich mich auf den Gipfel Und dann stand ich neben einem riesigen Mobilfunkmast. Rundherum Bäume. Wahnsinn.
Ich möchte mal wieder prophezeien:
Obama gewinnt die Wahl.
Danach bleibt alles, wie es ist. (außer vielleicht im Iran oder Nordkorea.)
Denn: US-Präsident wird man nur, wenn man das Zeug dazu hat.
Aus aktuellem Anlass erinnere ich hieran, und versuche die Fäden zu entwirren:
Was soll man aber jetzt von Münte halten? Will der wirklich (außerparteilich) kniend leben und gleichzeitig (innerparteilich) stehend sterben? Ja, das will er. Aber nicht, ohne alle anderen mit sich zu reißen.
Die Ironie ist: Metzger et al. wollen das auch.