Mal wieder eine Taube…
30. August 2009 - Veröffentlicht in Photo | Keine Kommentare »
Taube auf Fensterbrett

Taube auf Fensterbrett

Libelle guckt aus Fenster
…den Hintergrund musste ich einfach s/w machen…
Für alle, an denen mein Appell an die persönliche Würde ohne Konsequenz vorbeigegangen ist, hat Julia Angwin ein Buch geschrieben, das die Kulissen hinter MySpace beschreibt. Daraufhin wurde sie zum Planet Money Podcast geladen. Planet Money gehört nicht nur zu meinen Lieblings- sondern auch zu den besten Podcasts weltweit. –> hörenswert.
Echt Leute, hört auf mit Fakebook, Myspace und so weiter… Macht lieber ein schönes Blog. Ich mach mir gerade auch noch eins. Der Trend geht ja bekanntlich zum Zweitblog.

Henryk M. Broder geht mit der ihm eigenen Arschgeigen-Art nach Christiania, photografiert die Photo-Verbots-Schilder, Besucher und Bewohner, wundert sich dann, dass er was aufs Maul kriegt, und schreibt einen Artikel über das Faustrecht, welches in Christiania regiere. Schöner hat man selten geschrieben bekommen, wes’ Geistes Kind Broder ist, dem nichts mehr zuwider ist, als kulturelle Variation, Wunsch und Würde anderer Menschen, und jegliche Form des Respekts.
Leichtathletik finde ich uninteressant.
Außer 100m-Lauf, denn da kann man Durchschnittsgeschwindigkeiten errechnen und sagen “alle Achtung!”
Internationale Wettbewerbe, bei denen naturgemäß die “Nation” eine Wettkampfeinheit bildet, lehne ich bekanntlich schon allein aus konzeptionellen Gründen ab. Das Trennen der Erdbevölkerung in Nationen, und das Aufhetzen dieser Gegeneinander empfinde ich als mindestens genau so dämlich, wie den Anblick der Fans, die diese Nationalstolz-Manifeste bereitwillig mitmachen, irgendwelche Fahnen schwenken, und ernsthafte Emotionen bei “ihrem” Sieg oder “ihrer” Niederlage empfinden.
Und dann gibt es noch: NEID. Das war 1936 schon bei Jesse Owens so, dem man zwar den Sieg zubilligte, jedoch nicht ohne festzustellen, dass er diesen allein mit der brachialen Kraft eines Urmenschen errungen habe, es ihm aber an jeglicher Eleganz und Technik mangele, er somit den ästhetischen Ansprüchen des Sports nicht gerecht werde.
Und heute? Heute muss sich Caster Semenya, aufgrund ihrer herausragenden Leistungen einem Geschlechtstest unterziehen, was mit Abstand die größte Demütigung ist, die einer Sportlerin zuteil werden kann. Noch dazu einer 18-jährigen. In der SZ hat man derweil nichts anderes zu tun, als möglichst viele Bilder Semenyas zu zeigen und mit allerlei Spekulationen zu garnieren, um schließlich zu festzustellen: “Die hätte man schon Testen müssen, bevor man sie überhaupt zulässt.” Diese WM wurde Semenya mit aller Sicherheit bis ans Lebensende verdorben.
Usain Bolt hingegen hat noch gute Laune, und läuft, dass es eine wahre Pracht ist, neue Weltrekorde über 100 und 200 Meter. Aber auch hier kann sich Jens Weinreich vom Spiegel nicht zurückhalten. Dem “schnellsten Clown der Welt” nämlich, gönnt er den Spaß nicht: Er stellt fest:
“Usain Bolt, welch Überraschung, wusste sich einigermaßen zu benehmen.”
…und zitiert Eike Emrich (Vizepräsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes mit “Weil immer klar ist, dass er gewinnt, muss Bolt seine Wettbewerbe mit Showelementen und Clownerien aufwerten.”
Mit “Vielleicht sollte man einmal erwähnen…” leitet Weinreich dann eine breitgetretene Chronologie früherer Niederlagen Bolts ein. “Zur historischen Wahrheit zählt auch, dass er im WM-Finale 2007 vom Amerikaner Tyson Gay geschlagen wurde.”
Meine Güte, der Mann ist sich zu nichts zu schade.
Insbesondere auch nicht dafür, in Manier der Berichterstattung über Owens, Bolt das Verderben des Sports zu unterstellen:
“Er hat seine ohnehin schon fabulösen Rekorde zertrümmert und die sonst noch Mitwirkenden, von Konkurrenten kann man ja nicht sprechen, gleichsam der Lächerlichkeit preisgegeben.”
“Schließlich störte Bolts Siegerrunde noch die Medaillenübergabe im Weitsprung-Wettbewerb.”
Der gute deutsche Wettkampf verläuft streng nach Zeitplan. Für die Siegerrunde eines Negers, der gerade zwei neue Weltrekorde aufgestellt hat, ist da keine Zeit vorgesehen. Und welche Genugtuung erlangt Weinreich durch das unsportliche Vorgehen der Veranstalter, Bolts Siegerrunde rüde zu unterbrechen, und gleichsam die Weitspringer zu verärgern…:
“Der Clown musste sich die Aufmerksamkeit der Menschen mit anderen Athleten teilen. So ist die Leichtathletik. So packend kann sie sein, fast ein bisschen gerecht – wenngleich nur in seltenen Momenten.”
Diese Momente sind es also, die Jens Weinreich bei dieser Leichtalthletik-WM Freude verschaffen.
Aaron Zinmans Personas zeigt, wie “das Internet dich sieht” (oder andere….) – quasi eine durch Sprachverarbeitung realisierte nichtstandardisierte Fremd-Version eines Persönlichkeitstests mit mäßiger Reliabilität (s.u., es kommt immer etwas anderes raus…), aber unglaublich kurzer Durchführungszeit, die einem mit interessanten Animationen vertrieben wird.




(via Spreeblick, wo Johnny es nur auf 3 Facetten bringt…)
To urbanartcore: In my opinion there is hardly nothing better than to spend half a day at a flea market. I like the tiny alleys between the almost infinite number of stalls and wagons. I love it to search and find things of which I never knew that they exist, handmade shirts, old books or crazy furnishings.
But what i fucking hate most, are tourists and amateur photographers lacking inspiration and therefore photographing innocent people which try to spend a peaceful afternoon! Flea markets are an indispensable element of urban landscape!
The flea market near the Mauerpark in Berlin-Prenzlauer Berg is one of the nicest markets I know. Every Sunday it opens its gates and presents most unusual things.
Recently some friends of mine and I were right there. Flea markets are always a good urban trip!
Ich rede ungern, und daher selten drüber, aber ich habe in Amerika eine zeitlang mit wiedergeborenen Christen leben müssen. Dieses Video zu sehen, bereitet mir somit noch mehr Schmerzen, als das beim Betrachten unvermittelt einsetzende Platzen von Neuronen ohnehin schon verursacht.
Jeder denkende Mensch sieht darin eindeutig den Beweis, dass es keinen Gott gibt, denn niemals würde er ein dermaßen unterirdisches Gespräch in seiner Schöpfung dulden – aber glaubt mir, das meinen die todernst. Das lernen die so von ihren Eltern und in der Kirche. Das ist da ganz normal.
Hakim Beys “The Temporary Autonomous Zone, Ontological Anarchy, Poetic Terrorism” is so ziemlich noch das letzte, was mir noch ein bisschen Hoffnung zu verschaffen imstande war.
Aber selbst Beys Ideen werden langsam aber sicher von der allumfassenden ganzen Scheiße™ assimiliert. Zum Beispiel diese hier:
Bolt up brass commemorative plaques in places (public or private) where you have experienced a revelation or had a particularly fulfilling sexual experience, etc.
…und zwar ausgerechnet in München. Für 200€ Gebühr.

Dennoch bietet Bey nicht nur eine ganze Menge Ideen, die eben nicht, wie man in München zu glauben scheint, zur Nachahmung gedacht, sondern der Inspiration des Lesers, sich selbst ein paar schöne einfallen zu lassen, dienen sollen.
Wer trotz innigster Empfehlung und kostenlosem Download die T.A.Z. noch nicht gelesen hat, ist gestraft genug, aber wird dennoch hier von Mahoni in Beys romantische Denkweise ansatzweise eingeführt:
…Wobei festzuhalten ist, dass Bey eben nicht mehr auf ein Ziel (Mahoni: Sabotage der Metro) hinarbeitet, sondern einfach nur Lebensfreude und -freiheit vermittelt, quasi die Gebrauchsanweisung, in dieser Welt noch bei Sinnen zu bleiben… Also nochmal: Absolute Empfehlung.
Don’t do PT for other artists, do it for people who will not realize (at least for a few moments) that what you have done is art. Avoid recognizable art-categories, avoid politics, don’t stick around to argue, don’t be sentimental; be ruthless, take risks, vandalize only what must be defaced, do something children will remember all their lives – but don’t be spontaneous unless the PT Muse has possessed you.
Vielleicht spende ich eine Bank für Bey in München.
Heise.de berichtet über Erzwingungshaft zur Herausgabe von Computer-Passwörtern in Großbritannien.
Ähnliche Strafen erwarten hierzulande dann wohl bald jene, die Bundestrojaner deinstallieren, Aktenschredder oder gar Tresore benutzen, oder beim Scheißen die Tür abschließen.
Über solchen Stuss kann man sich freuen,
bis einem die Kohle vom Hartz IV abgezogen wird.
Gefunden?
Natürlich im Spiegel, der sich damit ernsthaft auseinandersetzt.
Die SZ weiß zu berichten:

Da Mord nie verjährt, kann man sich mit der Aufklärung Zeit lassen… “Künftige Verfahren werden sich an diesem Urteil messen lassen müssen” Ich stelle mir gerade Heerscharen von seit über 50 Jahren fieberhaft ermittelnder Inspektoren vor, die gerade kurz vor der Lösung ihres Falls stehen, und dann einen mindestens 70 Jahre alten Rentner doch noch einer harten, restlebenslangen Strafe zuführen. Ja, da kommt noch eine Prozesswelle auf uns zu, denn, wie wir in der FAZ lesen:
10. ZEHN. Von wieviel Millionen nochmal? Im Wikipedia-Artikel zur Wehrmacht kommt das Wort “Opfer” nicht vor. Aber eines steht fest: Die endgültige Aufklärung aller Wehrmacht-Morde wird die Gerichte auf Trab halten… Aber halt, da habe ich doch was falsch verstanden:
Die Tagesschau stellt klar:
Eigentlich würde ich für carnivore Veranstaltungen nie werben, aber morgen gibt es frische Bratwurst und Freibier anlässlich des Einjährigen des Yack Fou Shops Friedrichshain.
Und 40% auf alles.
Außer Tiernahrung.
