Hansa Rostock – FC St. Pauli, 02.11.09
Die verbotene Stadt.
In Rostock sind mir bisher nur unschöne Dinge passiert – Boot vom Autodach geflogen (~1990), der ganze G8-Mist mit prügelnden und Polizisten und Bundeswehreinsatz im Inland (2007)…
Aber dass Rostock die verbotene Stadt ist, hat wohl viel mehr mit Lichtenhagen (1992) zu tun, als mit dem, was Hansa-Fans so singen (Podcast, ab 10:13), oder wie sie sich auf St. Pauli benehmen.

Im “linken” FC St. Pauli sind (leider) nicht alle links, und im “rechten” Verein Hansa Rostock (vielleicht) nicht alle Fans rechts. Und sicher ist es genau so schwer (aber auch notwendig), rechte Fans aus den Hansa-Reihen zu vertreiben, wie es undenkbar wäre, Linke vom Millerntor zu verjagen – aber ich finde es traurig, nicht zu einem Fußballspiel fahren zu können, ohne ein Restrisiko in Kauf zu nehmen, von irgendwelchen Hooligans angegriffen zu werden, obwohl
- Sichtschütze zwischen den Blöcken installiert
- weiträumige Straßensperren errichtet und
- Warnungen davor, allein anzureisen ausgesprochen werden
…und Morike Sako sich wieder rassistisch beschimpfen lassen muss.
Zunächst fand ich den Vorschlag unter dem Motto “Kein Fußball den Faschisten” gar nicht zum Spiel zu fahren, überhaupt nicht so schlecht – wer weiß, wofür die das Geld dann ausgeben, das wir da lassen?
Jedoch: Ich werde hinfahren, denn wenngleich in Rostock Gewaltpotenzial nicht nur vorhanden ist, sondern auch regelmäßig entladen wird, ich weigere ich mich einfach, mich zu fürchten oder Morike nicht beizustehen. Ich freue mich auf den Auswärtssieg, meine Reise dorthin, und darauf, wie frustrierte Rostocker Ihre eigene Stadt (aber nicht uns) zerlegen, und hoffe, dass es vielleicht nicht zu spät ist für (Hansa) Rostock, die Nazis los zu werden.
Aber das müssen die Rostocker schon selbst machen!
PS: Ich habe lange an diesem Post rumgedoktert, um ihn nicht so klingen zu lassen, als würde ich alle Rostocker über einen großen Nazi-Kamm scheren – obwohl ich das tue. Weil sie das seit Jahrzehnten dulden. Wenn sich also irgendein Rostocker von mir zu Unrecht als Nazi bezeichnet sieht, nehme er diesen Post als Zeichen, etwas zu unternehmen.
UPDATE 15:37h: danke an die Spreepiraten für den Bus mit Getränkehaltern und Toilette.




2. November 2009 um 15:31 Uhr
Drei Punkte und die Rostocker mit Blumen bewerfen. Aber, wenn die Unterstützung dann auch auf 70 Minuten zusammenschrumpft .. dann hätte es auch ein Plakat getan. Schade, dass es nur noch im Pokal weitere Aufeinandertreffen geben wird
2. November 2009 um 19:08 Uhr
DSF macht Twitter zu Klowänden des Internets…
Warum wir ein öffentlich-rechtliches Fernsehen brauchen, sieht man hier. Und natürlich immer hier…….
24. Januar 2011 um 19:54 Uhr
…und warum hat das Bild von dir mit den Flaschen in der Hand mit dem Artikel zu tun?
24. Januar 2011 um 21:54 Uhr
@ Hans A: Hat es nicht. Darunter steht doch “Picture is unrelated.”