Und sonst noch? #6

7. Dezember 2009

Laut Polizeibericht haben sich in der Nacht zum Nikolaustag ein paar Hooligans hier im Kiez das falsche Opfer ausgesucht: Einen bewaffneten Zivilpolizisten, der nach einem Warnschuss auch von der Schusswaffe Gebrauch machte.

Dumm gelaufen – gewissermaßen für beide Seiten.

Nicht jedoch für Bild, BZ und Co, die heute mit Ihren Titelbildern natürlich sofort die Verbindung zu brennenden Autos herstellen. Dass es sich um offensichtlich nicht besonders linke oder sozialkritische Täter handelt, spielt keine Rolle, denn: “Die Übergriffe der letzten Tage ermuntern auch offenbar unpolitische Jugendliche, auf Polizisten einzuprügeln” – Die Tatsache, dass Zivilpolizisten in Zivil rumlaufen, um also solche nicht erkannt zu werden, fällt einem BZ-Leser nämlich nicht von allein auf.

UPDATE 22:54h: Hier die Schlagzeile des Ansoßes… (und der Zusammenhang, in dem sie steht)

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…und ein halbwegs vernünftiger Artikel in der Sueddeutschen, die Ihren Lesern zutraut, die Hirnrissigkeit der Äußerung des Berliner Landesvorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft, Bodo Pfalzgraf in Ihrer vollen Breite zu erfassen, ohne dass es weiterer Erläuterungen bedarf: “Das muss ein klares Signal sein: Wer Polizisten angreift, der muss auch damit rechnen, dass die Schusswaffe gebraucht wird.” (sic! in der SZ, etwas abgewandelt von der offiziellen Pressemitteilung)

Unter uns: Ich hab nichts dagegen, wenn dämliche Schläger-Hooligans in Zukunft Angst davor haben müssen, dass ich eine Knarre habe. Blöd nur, dass selbst das sie anscheinend nicht zurückschrecken lässt, und ich auf die selbstverständliche Konsequenz, die ein Polizist dann ziehen (haha!) kann, verzichten muss.

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