Die Krieger von Kreuzberg

25. Februar 2010

Allein der Titel reicht mir schon, mir das heute in der “Bravo für Abiturienten” (Volker Pispers) erschienene Dossier wohl nicht durchzulesen. Interessant dennoch, dass die Diskussion nun in der Zeit angekommen zu sein scheint. Allein, auch dort wird eine Sache nicht in Frage gestellt: Ob “wir” vielleicht einfach so leben wollen!

Von “Depravierten” [sic!] ist die Rede, von Reichen, die sich “einmauern” – von Wut und Neid. Dabei ist es doch ganz einfach, wie ein Leser meines Blogs in seinem Kommentar feststellt: “Die sind bei uns genau so willkommen, wie wir es bei Ihnen wären.

“Mein” Teil von Berlin gefällt mir so, wie er ist. Das, was “die” daraus machen wollen/werden ist das, was es überall(!) gibt, das, wo ich hunderte Kilometer fahre, wenn ich hier raus will.

Versteht es: Keiner neidet euch eure lächerlichen Penisprothesen, so sehr ihr das gerne hättet. Hier wollen Menschen einfach nur euer Leben nicht und wehren sich dagegen, dass ihr es ihnen aufzwingt oder sie verdrängt.

Genau deshalb sind die Krawalle am 1.Mai, wie von Neunmalklugen jährlich vorgeschlagen, auch nicht in Spandau oder Charlottenburg, deshalb brennen dort auch keine Autos. Weil “eure” Räume anerkannt und respektiert werden. Das tut ihr nicht.

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2 Kommentare zu „Die Krieger von Kreuzberg“

  1. Konrad sagt:

    Ich fand das Dossier mal ganz interessant für einen Nicht-Berliner. Vor allem das Ende, wo die Frage aufkam, ob die Linken vielleicht sogar die neuen Reichen als Feindbild brauchen, weil sie so nicht gezwungen sind, nicht nur immer “dagegen” zu sein, sonder auch mal “für” etwas zu sein, und Lösungen und Antworten jenseits des “es soll auf immer so bleiben wie es ist” zu liefern.

  2. Linus Neumann sagt:

    1. Die Gegner der Gentrifizierung sind genau so wenig alle links, wie die “neuen Reichen” alle FDP-Wähler sind.

    2. die “neuen Reichen” sind nicht neu, die waren früher nur da, wo sie jetzt eben herkommen.

    3. “dagegen” / “dafür” ist immer nur die eine, subjektive, Seite der Medaille, ein relatives und gleichbedeutendes Begriffspaar. Welche Seite betrachtet wird, darüber bestimmt der Machtinhaber (Stichwort Deutungsmacht / symbolische Gewalt) allein durch seine Handlungsinitiative.

    4. “es soll auf immer so bleiben wie es ist” ist mit Sicherheit kein Linker Leitspruch, da musst du was falsch verstanden haben.

    5. “es soll auf immer so bleiben wie es ist” ist auch nicht der Leitspruch der Gegner der Gentrifizierung. Man könnte diesen eher als “Wir wohnen hier, wir möchten unser Umfeld gestalten, und nicht von außen gestalten, und uns vertreiben lassen” subsummieren. Nicht ganz so griffig wie “ihr seid immer nur dagegen und dass alles so bleibt, wie es ist.”, aber so ist das nunmal, wenn man sich Gedanken macht.

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