Ich habe heute die unangenehme Erfahrung gemacht, einen so genannten “Kinderporno” zu sehen.
Und wie Ursula von der Leyen es immer predigt, kam es dazu, obwohl ich nicht explizit danach gesucht hatte. Udo Vetter hatte auf Twitter auf die Verwendung des Wortes “Dreckschwein” auf Bild.de hingewiesen – ohne einen Link dazu zu reichen. Also suchte ich dieses Wort auf Bild.de – und fand dort Video-Ausschnitte dokumentierten Kindesmissbrauchs, in denen das Kind, jedoch nicht der Täter unkenntlich gemacht war. Selbstverständlich ohne Alters-, Anstands- oder sonstige Warnung (was es auch nicht besser gemacht hätte).
ACHTUNG: Ich möchte ausdrücklich davon abraten, diese Schritte nachzuvollziehen!
Insbesondere aufgrund der Kombination mit vielfältigen anderen erotischen / pornographischen Inhalten halte ich diese Veröffentlichung für sittenwidrig und strafbar nach §184b StGB und werde morgen eine Strafanzeige erstatten, und hoffe dass diesem Treiben ein baldiges Ende gesetzt wird.
Und zwar mittels Stoppschild für Bild.de.

UPDATE 23:23h: Da der besagte Artikel schon etwas älter ist, gibt es auch schon einige Blogposts dazu – beim Bild.de-Lesen bin ich zugegebenermaßen nicht so wirklich auf dem aktuellen Stand. Allerdings scheint der Protest sich bisher eher auf Persönlichkeitsrechte, Unschuldsvermutung und den Begriff “Drecksau/schwein” zu konzentrieren.
Ich hab mir übrigens gedacht, so eine Anzeige wegen Online-Kriminalität, die kann man doch sicher online stellen… Und siehe da:

Das BKA habe ich ebenfalls informiert.
Und falls jetzt jemand denkt, ich mein das hier nicht ernst: Ich fand das absolut zum Kotzen, und es ist mir eine Herzensangelegenheit, dass das weg komt, und die Verantwortlichen auch.
Dass Bild.de dabei mit von der Bildfläche verschwinden soll, ist mir allenfalls angenehmer Nebeneffekt, wie es z.B. der Musikindustrie ein Verschwinden von diesem Pirate-Bay wäre, oder was auch immer die gesperrt haben wollen.
Wir können das auch.
UPDATE 14.10.2009 9:00h: Soeben erhielt ich einen Anruf vom LKA 131. Der Beamte war äußerst freundlich und geduldig und wies mich darauf hin, dass die Verbreitung des Videos nicht strafbar sei – weil man sich den geschwärzten Teil ja nur “denken” könne (obwohl hier die Freiheitsgrade für die Phantasie durch den das Video umgebenden Artikel schon sehr eingeschränkt sind!).
Die Frage, ob ich meine Anzeige zurückziehen wolle, verneinte ich selbstverständlich. Wenngleich meine Erwartungen, dass die Verantwortlichen in den Knast kommen, und Bild.de mit Stoppschild versehen wird, nun empfindlich gedämpft wurden, sehe ich immer noch Hoffnung auf Löschung.